Er wurde 1947 in Pinner geboren, einer Arbeiterstadt etwas außerhalb von London. Sein Geburtsname klang überhaupt nicht spektakulär — es sollte noch Jahre dauern, bis er den Künstlernamen wählte, unter dem ihn die Welt heute kennt.
Seine Kindheit war alles andere als harmonisch. Sein Vater war ein strenger, emotional distanzierter Offizier der Royal Air Force, der Musik nicht als ernsthafte berufliche Beschäftigung betrachtete. Die Ehe seiner Eltern war angespannt, und schließlich ließen sie sich scheiden, als er ein Teenager war. Die Musik wurde zu seinem Zufluchtsort vor den Streitigkeiten und der Stille zu Hause.

Sein außergewöhnliches Talent entdeckte er fast durch Zufall. Mit gerade einmal drei Jahren setzte er sich an das Klavier seiner Großmutter und begann, Melodien, die er im Radio gehört hatte, nach Gehör nachzuspielen — ganz ohne Unterricht. Seine Familie war verblüfft. Sofort war klar, dass es sich nicht um gewöhnliche kindliche Neugier handelte, sondern um ein seltenes und ganz besonderes Talent.
Mit elf Jahren brachte ihm dieses Talent ein Stipendium an einer der renommiertesten Musikinstitutionen des Landes ein, wo er jahrelang samstags klassisches Klavier studierte. Doch hinter den disziplinierten Unterrichtsstunden regte sich etwas anderes in ihm — er verliebte sich in eine völlig andere Art von Musik.
Es geschah, als er zum ersten Mal Elvis Presley und Little Richard auf Schallplatte hörte. Etwas machte Klick. Die strenge klassische Ausbildung fühlte sich plötzlich wie ein Käfig an. Er wollte die Tasten anschlagen, nicht sie nur sanft berühren. Er wollte die Wildheit, die Freiheit und die pure Körperlichkeit des Rock ’n’ Roll.

Als Teenager begann er, in Pubs und Arbeiterclubs Klavier zu spielen, um ein wenig Taschengeld zu verdienen, und begleitete lokale Sänger, die den introvertierten Jungen hinter ihnen kaum beachteten. Ungefähr zu dieser Zeit schloss er sich auch einer Band an, die ihn schließlich auf Tourneen mitnahm, bei denen er amerikanische Soul- und Blueskünstler begleitete — eine raue und völlig unglamouröse Ausbildung darin, was es tatsächlich bedeutete, ein Künstler zu sein.
In dieser Zeit traf er die Entscheidung, die alles verändern sollte: Er änderte seinen Namen offiziell, übernahm Teile davon von zwei Musikern, die er bewunderte, und nahm vollständig die Identität an, die die Welt später feiern würde.
Der Rest ist, wie man sagt, Musikgeschichte.
Habt ihr erraten, wer es ist?

Es ist Elton John — geboren als Reginald Kenneth Dwight, das schüchterne Klavier-Wunderkind aus Pinner, das die Einsamkeit seiner Kindheit in eine der außergewöhnlichsten Karrieren in der Geschichte der Popmusik verwandelte.